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   ElK        Lyck

(Quelle: Viele Infos und  Fotos stammen aus der Internetseite www.skaldenland.net und aus dem offiziellen Prospekt der Stadt Elk)

Die Stadt Elk oder wie sie früher hieß Lyck, Geburtsstadt von Siegfried Lenz, ist das Herz des östlichen Masuren, dem sogenannten "hügeligen Masuren". Elk liegt am See und Fluss gleichen Namens und eingebettet in wunderschöne Waldgebiet. Elks Wurzeln lassen sich über 600 Jahre zurück verfolgen.

 

Elk, die Stadt der Jugend

Das heutige Elk ist mit einem Anteil von 30% der Bevölkerung unter 35 Jahren die jüngste Kommune Polens. Dies spiegelt sich auch, trotz hoher Arbeitslosigkeit in der dynamischen wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt wieder. Gleichzeitig wird aber angemessen auf die Belange der Umwelt geachtet. Dies gilt auch für den Erhalt der historischen Gebäude. Sie finden immer wieder wunderschöne Jugendstilhäuser mit der charakteristischen Fassade, den Bögen, Balkonen, etc. Teilweise warten diese Häuser aber auch noch auf ihre vollständige Restaurierung. Elk ist eine gastfreundliche und sehenswerte Kleinstadt. 

 

Sehenswürdigkeiten

Elk ist heute als Zentrum Ostmasurens eine sehr lebendige Stadt und es macht einfach Spaß diese interessante Stadt zu erkunden. Hilfreich bei der Orientierung ist, das polnischerseits fast alle öffentlichen Gebäude auch heute noch dem selben Zweck dienen wie vor 1945. Auch die Nummerierung der Strassen ist noch so wie vor 1945, so das es problemlos möglich war, bei einem Elkbesuch im Jahre 2001, mit Hilfe eines Vorkriegsstadtplans alle gesuchten Punkte zu finden

Die bekannteste Sehenswürdigkeit von Elk ist die ehemalige evangelische Kirche an der Kreuzung Hindenburgstr. / Kaiser-Wilhelm-Str. (Armii Krajowej / Wojska Polskiego). Seit 1945 zur katholischen Kirche, trägt Sie durch die Weihe vom ersten polnischen Diözesanbischof  heute den Titel: Adalbertkathedrale. Nach dem Besuch Papst Johannes Paul II. 1999 in Elk  haben Ihm die heutigen Bewohner ein  Denkmal auf dem Festplatz errichtet. .

Die Kirche ist auf den Resten einer älteren 1651 abgebrannten Kirche im Jahre 1688 erbaut worden und wurde 1850 wegen Baufälligkeit komplett abgetragen und neu aufgebaut. Im Ersten Weltkrieg wurde die Kirche zerstört und 1920-25 erfolgte ein Neubau.

Viele im alten Stil renovierte Häuser geben der Stadt ein freundliches Gesicht. Auch wenn durch die Stadtbrände des 19. + 20. Jahrhunderts viele historische Bauten aus dem 16. bis 18. Jahrhundert zerstört wurden, so stehen noch viele alte Bauten aus deutscher Zeit

  • Schmalspurbahn, gebaut 1910 - 1917
  • Eisenbahnmuseum
  • der historische und sehr markante Wasserturm mit einem kleinen Museum, beheimatet heute die kleine deutsche Minderheit in Elk und Umgebung.
  • die Ruinen des Schlosses auf der Schlossinsel
  • die architektonisch bemerkenswerte Brücke zur Schlossinsel von 1913
  • die St Wojciech-Kathedrale von 1853
  • die baptistische Kirche von 1908
  • alte Häuser aus dem 19. und frühen 20 Jahrhundert
  • der Elk-See ist mit 57 Metern einer der tiefsten Seen Polens
  • das Bieber-Gelände in Bartozze, in der Nähe von Elk
  • die historische Mühle in Nowa Wies Elcka
  • die neue Schwimmhalle

 

Kultur

1994 wurde das Amateurtheater "Josef Wegrzyn" gegründet. Über 16.000 Zuschauer haben allein in der Saison 1999/2000 dieses erfolgreiche Theater besucht. Von der Kritik wurde das junge Theater gelobt und sein Ruf reicht bis Warschau und ist eine besondere Attraktion der Region geworden. 
Das sogenannte "30 Minuten Theater", zwei Galerien, Rockbands, die Chöre "Pojezierze und Cautilena, ökologische Vereinigungen, bereichern das kulturelle Leben der Stadt.
regelmäßig finden folgende Veranstalten in Elk statt:

  • der masurische  Kabarettsommer "Mulatka"
  • das internationale rennen
  • die masurischen Chortreffen
  • das Kinderliederfestival "Goldene Noten"
  • das internationale Festival der Gitarrenmusik

Historie

Erste Besiedlungsspuren in der Umgebung von Lyck gehen auf eine mittelsteinzeitliche Jäger- und Fischerkultur im 8. - 6. Jahrhundert (Fundstelle in den Dünen am Rennplatz) vor Christus zurück. Gefunden wurden Messer, Schaber und Pfeilspitzen.

Die Region um Lyck ist seither vom pruzzischen Stamm der Sudauer bevölkert worden. Die Sudauer gehören wie alle anderen pruzzischen Stämme von Herkunft, Sprache und Kultur den baltischen Völkern an. Die Sudauer bildeten ein autonomes Stammesfürstentum, das bis 1283 bestand hatte. Mit der Kapitulation des letzten Sudauerfürsten Skomand, wurde auch das Gebiet um Lyck ein Teil des Ordensstaates (Deutscher Orden), der nun das gesamte pruzzische Gebiet erobert hatte.

Erste urkundliche Hinweise aus dem Jahre 1398 bezeugen die Errichtung eines festen Hauses durch den Hochmeister des Deutschen Ordens Ulrich von Jungingen auf einer Insel im See. Sicherlich hat sich aber auch schon vorher an dieser günstigen Lage eine Siedlung befunden. 

Seit 1425 besitzt Lyck das Dorfprivileg. Lyck, dessen damalige Siedlung "Zur Lycke" hieß, erhielt seinen Namen nach dem gleichnamigen Lyck-Fluß. Das oben erwähnte "feste Haus" wurde durch einen polnischen Angriff 1454 komplett zerstört. Als im Jahre 1525 der Ordensstaat aufgelöst wurde und das Herzogtum Preußen entstand, nahm man auch in Masuren den protestantischen Glauben an.

Seine Lage als Stadt im Grenzbereich machten Lyck oftmals schwer zu schaffen. Im 16. Jahrhundert wurde die Stadt gleich zweimal durch die Pest und einen Tartareneinfall schwer in Mitleidenschaft gezogen und büßte fast 2/3 seiner Bevölkerung ein. Auch eine Feuersbrunst ist überliefert. All dies verhinderte die Stadtwerdung. 1669 erhielt Lyck endlich das ersehnte Stadtrecht. Auch eine der drei herzoglichen Schulen fand sich in Lyck, das dadurch schon früh geistiger Mittelpunkt der Region wurde.

Anfang des 18. Jahrhunderts wüteten nochmals die Pest und Kriegsunruhen. Seit 1740 war Lyck Garnisonsstadt. Dies brachte der Stadt Sicherheit vor Einfällen und enormen wirtschaftlichen und kulturellen Auftrieb. Weiteren Auftrieb erhielt die Stadt nach der Erwerbung Neu-Ostpreussens 1795, der Region um Augustow und Sudauen. Die Grenzstadt Lyck erhielt damit erstmals ein großes Hinterland.

1868 erfolgte dann der Anschluss an die ostpreußische Südbahn von Königsberg, die drei Jahre später Ihren Anschluss in das damals russische Grajewo erhielt. Weitere Eisenbahnen u.a. nach Treuburg (Markgrabowa), Arys und nach Johannisburg folgten sowie im Jahre 1913 die Lycker Kleinbahn nach Grenzwacht (Sawadden) und Auersberg (Turowen). Lyck wurde ein bedeutender Eisenbahnknotenpunkt. Auch dies war, neben der Rolle als Garnisonsstadt, ein enormer wirtschaftlicher Wachstumsfaktor. Trotzdem waren in Ostmasuren kaum größere Industrieproduktionen zu finden. Vorherrschend waren Kleinbetriebe, Ziegeleien und die Holzindustrie.

Lyck ist Geburtsstadt des Schriftstellers Siegfried Lenz ("Die Deutschstunde"), der hier 1926 geboren wurde. Ein weiterer bekannter Lycker war der blinde Geschichtsschreiber Ludwig v. Baczko (geb. 1756), dessen bedeutenstes Werk die sechsbändige "Geschichte Preussens" ist - erschienen 1792-1800 in Königsberg.

Bereits wenige Jahre nachdem 1912 ein Großbrand die Stadt verheerte, wurde Lyck im Ersten Weltkrieg dreimal von russischen Truppen besetzt. Viele Bewohner (Lyck hatte zu dieser Zeit 13.000 Einwohner) flohen vor den Russen, konnten aber nach deren Rückzug wieder in ihre Heimat zurück. In Lyck wurden 165 Häuser zerstört und die Stadt ausgeplündert. Nach dem Ersten Weltkrieg beanspruchte das neu entstandene Polen Masuren und weitere Teile Preußens.

1920 wurde im Kreis Lyck und in Masuren die im Vertrag von Versailles vorgesehene Volksabstimmung über den Verbleib Masurens abgehalten. Die Abstimmung fand unter internationaler Kontrolle statt. Zu diesem Zweck verließ die Reichswehr das Abstimmungsgebiet und englische und italienische Truppen marschierten ein. 

In der Stadt stimmten 8339 Personen für Deutschland und 8 für Polen. Im Landkreis Lyck 36534 für Deutschland und 44 für Polen. Dieses eindeutige Votum für Deutschland wurde im gesamten Masurens erreicht. Danach setzte wieder ein kleiner Aufschwung ein. Im Jahre 1939 betrug die Bevölkerungszahl schon 16.500 Menschen.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt 1944 durch Bombenangriffe erheblich zerstört. Ende 1944 rückte die Front immer näher, konnte aber von der Wehrmacht noch gehalten werden. Die Rote Armee rückte im Januar 1945 in die Stadt vor, die kampflos eingenommen werden konnte. Die Mehrzahl der Lycker flüchtete vor dem Einmarsch der Roten Armee in Richtung Westen. Ganz Ostpreußen wurde von den Siegermächten besetzt.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt 1944 durch Bombenangriffe erheblich zerstört. Ende 1944 rückte die Front immer näher, konnte aber von der Wehrmacht noch bis zum Januar 1945 gehalten werden. Die konnte kampflos eingenommen werden. Die Mehrzahl der Lycker flüchtete vor dem Einmarsch der Roten Armee in Richtung Westen. 

Am 6. April 1945 wurde auf dem Lycker Landratsamt die polnische Flagge gehisst. Um den polnischen Anspruch auf dieses Gebiet zu festigen, wurden die noch nicht geflohenen Deutschen größtenteils vertrieben, alle deutschen Inschriften entfernt und die Stadt in "Elk" umbenannt. Beim Abzug der Roten Armee im August 1945 und der Übergabe der Stadt an Polen wurde Lyck durch einen  Brand verheert

Durch die neue polnische Verwaltung wurden vor allem polnischstämmige Personen aus Weißrussland, Litauen und der Ukraine angesiedelt, die von dort aufgrund der Kriegsereignisse (Ostpolen fiel 1945 an die UDSSR) ebenfalls vertrieben wurden. Der Neuaufbau nach 1946 erfolgte z.T. in der im kommunistischen Machtbereich üblichen Weise - durch Plattenbauten. 

Mittlerweile hat die Stadt durch Zuzug und Eingemeindungen über 50.000 Einwohner und wächst weiter. Vor allem im Stadtteil Walden (heute Szyba) sind große Wohnsiedlungen entstanden, die noch weiter wachsen. Seit einigen Jahren ist man bemüht, auch die Zeugnisse der deutschen Vergangenheit aufzuarbeiten und zu renovieren. Überall in der Innenstadt findet man liebevoll renovierte Häuser, auch die zerstörten Häuserzeilen an der Promenade werden nach und nach wieder aufgebaut. Lyck (Elk) und der gesamte Landkreis gehört heute zur polnischen Provinz Ermland-Masuren, mit der Provinzhauptstadt Allenstein (Olsztyn).

   

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